Niederndorfer Schulgeschichte

Niederndorf, im 9. Jahrhundert entstanden und 1339 erstmals urkundlich erwähnt, war ursprünglich ein kleines Bauerndorf an den Ufern der Mittleren Aurach. Erst mit der Industrialisierung und dem damit verbundenen Bau der Eisenbahnlinie von Erlangen/Bruck nach Herzogenaurach kamen neue Arbeiter, v.a. Maurer nach Niederndorf. Seither galt es als „Maurerdorf“. Die Kinder gingen nach Herzogenaurach zur Schule. Mehrmals wurde der Versuch unternommen, dies zu ändern. Der Gemeinderat fasste 1872 und 1906 den Beschluss, im Dorf eine eigene Schule zu bauen und die Niederndorfer Kinder aus Herzogenaurach auszuschulen. Nicht zuletzt der Erste Weltkrieg machte diese Pläne zu Nichte.

Das größte Werk vollbrachte die Niederndorfer Bevölkerung im Jahr 1923. Traditionell katholisch, war man seit jeher nach St. Magdalena in Herzogenaurach eingepfarrt. Auch der Bau eines eigenen Gotteshauses wurde angestrebt. In Zeiten der größten Not während der Inflation wurde die St.-Josefs-Kirche samt Pfarrhaus, Schwesternheim, Schule und Lehrerwohnung errichtet. Das alles übrigens ohne Baugenehmigung, weshalb es als größter Schwarzbau Bayerns gilt. Nach kurzer Bauzeit konnte die Kirche geweiht und die Schule in Betrieb genommen werden. Am 2. November 1923 begann die Geschichte des Schulwesens in Niederndorf.

Wegen Schulumlagen kam es zu einem Konflikt mit der Hauptendorfer Bevölkerung, deren Kinder auch in die neue Niederndorfer Schule gehen sollten. Als die Schulkinder kamen, ließ man in St. Josef die Kirchenglocken Sturm läuten, weshalb die Niederndorfer in Hauptendorf heute immer noch als „Sturmläuter“ bezeichnet werden. Wenige Jahre später wurde Hauptendorf wieder nach Herzogenaurach eingeschult.

Als die Einwohnerzahl nach dem 2. Weltkrieg durch Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten rasant anstieg, wurde die alte Schule am St.-Josefs-Platz zu klein. Von 1959 bis 1962 wurde das heutige Schulhaus errichtet. Am 2. Dezember 1962 wurde es seiner Bestimmung übergeben. 1991/92 fanden Erweiterungsbauten statt. Die Turnhalle wurde 1982 nach der Eingemeindung nach Herzogenaurach errichtet.

Auch in Haundorf gab es ab 1923 eine Schule, die Niederndorf unterstellt war. Das 1965 errichtete neu errichtete Schulhaus beherbergt heute den katholischen Kindergarten.